Wir sind MINT-Zentrum!
Wir sind MINT-Zentrum!
Junge Entdecker finden Raum zum Forschen
Unser stellvertretender Schulleiter Matthias Beyer hatte vor zwei Jahren die Idee, nun ist sie umgesetzt: In Münster können ab sofort junge Naturwissenschaftler aus dem umliegenden Landkreis am Nachmittag nach Herzenslust experimentieren und forschen.
Neues Zentrum für junge Tüftler
Eine „MINT-freundliche Schule“ sind wir ja schon länger – im September 2024 bekamen wir das begehrte Siegel verliehen. Alle Schülerinnen und Schüler, die sich für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik interessieren, haben nun bei uns mit dem „MINT-Zentrum“ ein ganz neues „Eldorado“ gefunden: Ab März 2026 finden nachmittags interessante Workshops statt, die für bis zu 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer geöffnet sind. Nähere Infos hierzu gibt es auf einer eigens gestalteten Homepage unter der Adresse www.mint-zentrum-muenster.de – dort kann man sich direkt für die Kurse anmelden. Lehrerinnen und Lehrer laden dann interessierte Kinder und Jugendliche der fünften bis zehnten Klassen in Kurse wie „Das 1x1 des Experimentierens“, spielerisches Programmieren bei „Creative Coding“ im IT-Bereich oder in die „kunterbunte Welt der Farben“ ein. Am Dienstag, 27. Januar, weihten Schulleitung, beteiligte Lehrkräfte, Abordnungen aus dem Schulamt, aus Politik und Wirtschaft sowie eingeladene Kolleginnen und Kollegen aus den umliegenden Schulen das MINT-Zentrum ein.
Ein neues Zuhause für NaWi-begeisterte
Unsere NaWi-Lehrerinnen Ann Sophie Carl und Cindy Heyn setzten sich wie schon bei der Vorarbeit für das Siegel „MINT-freundliche Schule“ sehr engagiert dafür ein, dass der MINT-Standort Münster über die Gemeindegrenzen hinaus einen Namen erhält. „An Musik begeisterte Schülerinnen und Schüler finden an der Aue ein Zuhause, ebenso Sportlerinnen und Sportler können sich hier ausleben, nur für die an NaWi-Interessierten hatten wir bislang kein umfassendes Nachmittagsangebot. Das hat sich nun geändert“, erklärte eine sichtlich stolze Frau Heyn.
20 Jahre NaWi-Leidenschaft an der Aueschule
Bereits 2001 gibt es an der kooperativen Gesamtschule einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt – er war damals das „Herzstück der Aueschule“, erinnerte sich Direktorin Sabine Behling in ihrer Rede zurück. Ihre Kollegin Heike Gondolf steuert nun schon seit 20 Jahren maßgeblich dieses „Herzstück“ und wurde hierfür mit einem Blumenstrauß gesondert geehrt. Die erfahrene Biologie- und Chemielehrerin leitete über viele Jahre die NaWi-AGs an der Aueschule. Mit den Workshops erweitert die Aueschule nun ihr schulinternes Angebot auf den ganzen Landkreis.
Vom Science Club zum MINT-Zentrum
Frau Behlings Stellvertreter Matthias Beyer nahm die Anwesenden mit auf eine Zeitreise in die Geschichte der Naturwissenschaften an der Aue. Von Anfang an sei es das vorrangige Ziel gewesen, den Schülerinnen und Schülern das selbstständige Forschen zu ermöglichen. Seit 2006 nimmt die Münsterer Schule am Wettbewerb „Explore Science“ teil und konnte dort schon viele Sonderpreise ergattern, zuletzt 2024 für ein selbst entworfenes Kaleidoskop. 2010 erreichten findige Aueschülerinnen und -schüler gar den 2. Platz bei „Jugend forscht“ und erhielten einen Sonderpreis für eine verrottbare Tüte. 2011 weihte man das NaWi-Gebäude ein, 2018/19 erfolgte die Umsetzung eines naturwissenschaftlichen Schwerpunkts an der Aueschule, die NaWi-AG benannte man in den „Science Club“ um. Mit der Einweihung des MINT-Zentrums hat die Aueschule nun den vorläufigen Höhepunkt ihrer NaWi-Geschichte erreicht.
,,Mut, Innovation und Teamwork“
Als Rednerin freute sich Schuldezernentin und Kreisbeigeordnete Frau Dr. Margarethe Sauer über das neue MINT-Zentrum: „Für MINT braucht man Mut, Innovation, Nähe und Netzwerke sowie Teamwork. War früher MINT etwas für Hochbegabte, so ist dieser Bereich heute ein wichtiger schulischer Beitrag zur Berufsorientierung“. Ulrike Jacobi, Unternehmerin und Vize-Präsidentin der IHK, hob die besondere Atmosphäre an der Aueschule hervor: „Hier wird mit so viel Herzblut gearbeitet, wir sind sehr froh über dieses neue Zentrum“. Die IHK ist einer der Akteure in der Arbeitsgruppe „MINT-Zentren“, die einst das Ziel ausgab, in jedem Landkreis ein solches zu eröffnen. Münster ist nun neben Ober-Ramstadt und Seeheim-Jugenheim das dritte MINT-Zentrum im Landkreis Darmstadt-Dieburg.
Lob aus Schulamt und Rathaus
Nicole Roth-Sonnen, einst Direktorin des Max-Planck-Gymnasiums in Groß-Umstadt und aktuell stellvertretende Leiterin des Schulamts in Darmstadt, ist selbst begeisterte NaWi-Lehrerin und freute sich über die vielen Frauen im MINT-Zentrum Münster: „Einst war Physik eine Männerdomäne, das ist sie heute nicht mehr“. Münsters Bürgermeister Joachim Schledt, selbst zwischen 1974 und 78 Aueschüler, erinnerte sich an seine Pennälerzeit zurück, als er in der Schule leider nicht experimentieren konnte, sondern sich hierfür privat stets in einer Drogerie in Dieburg die Materialien besorgen musste. „Dieses MINT-Zentrum ist einfach super, da kann man nur stolz sein“, lobte er das neue Juwel der Gersprenzstadt.
Lust aufs Entdecken: Lernen wird zum Erlebnis
Selbst zu Reagenzgläsern und bunten Flüssigkeiten greifen konnten schließlich alle erwachsenen Gäste im hellen, freundlichen Labor der Aueschule: Lehrerin Heyn bereitete dort an mehreren Stationen Experimente vor, an denen bereits Nachwuchswissenschaftler warteten. Mit Schutzbrille und im weißen Kittel leiteten sie die Erwachsenen an und sorgten so für lebendige Beispiele einer naturwissenschaftlichen Lernumgebung, die Lust aufs Entdecken und Erforschen macht.
Text/Bilder: Axel Preiss / Online-Version: Justus Reinecke(10Gb) & David Mamic (10Ga)