Deswegen brauchst du Rhetorik in der Schule
Deswegen brauchst du Rhetorik in der Schule
So wirst du ein besserer Redner
Ich bin Joris Götte, 16 Jahre alt und in der 10Rb. Ich kam zu dem Thema, da mich selbst Rhetorik interessiert und ich die Meinung vertrete, dass es für ein gutes soziales Miteinander eine Notwendigkeit ist, die Basics der Rhetorik zu beherrschen. Daher will ich in diesem Text die Grundlagen der Rhetorik erläutern, wie du sie selbst anwendest und worauf du achten musst.
Grundlagen der Rhetorik
Was bedeutet Rhetorik?
Rhetorik bezeichnet die Kunst, wirkungsvoll zu sprechen und Gespräche gezielt zu führen. Sie hilft, Gedanken klar auszudrücken, andere zu überzeugen und Konflikte besser zu lösen.
Wo begegnest du Rhetorik?
Rhetorik begegnet dir überall, wo Kommunikation wichtig ist – in Referaten, Gruppenarbeiten, Bewerbungsgesprächen, Verhandlungen oder Diskussionen mit Eltern und Lehrern. Immer wenn du andere überzeugen oder dich verständlich ausdrücken willst, nutzt du rhetorische Fähigkeiten – bewusst oder unbewusst.
Wie kannst du Rhetorik nutzen?
Rhetorik unterstützt dich dabei, deine Meinung überzeugend darzustellen. Sie kann dir helfen, bessere Noten zu bekommen, Missverständnisse zu klären oder Kritik geschickt zu äußern. Beispielsweise kannst du erklären, warum du eine bestimmte Note verdienst oder deine Eltern davon überzeugen, dass du ihre Kritik verstehst, aber eben auch deine eigene Sichtweise hast aus diesem und jenem Grund.
Welche Mittel helfen
Die wichtigsten Stilmittel
Rhetorische Stilmittel helfen, deine Aussagen wirkungsvoller zu gestalten.
Die Pause
Eine gut gesetzte Pause betont Gesagtes und gibt deinem Gegenüber Zeit zum Nachdenken. Zu kurze Pausen verlieren ihre Wirkung, zu lange wirken unsicher. Eine Pause von ein bis drei Sekunden ist ideal – etwa nach einer wichtigen Zahl in einer Präsentation. Sie sorgt dafür, dass der Vortrag nicht zu monoton wird.
Das Beispiel
Beispiele machen Aussagen anschaulich und verständlich. Sie sollten realistisch und nachvollziehbar sein. Wenn du etwa von einer historischen Krise erzählst, kannst du die Zahl der Opfer mit der Größe eurer Klasse vergleichen, um sie greifbarer zu machen, idealerweise verbunden mit einer Pause.
Die kritische Wiedergabe
Hierbei wiederholst du eine Aussage deines Gegenübers so, dass deutlich wird, dass sie fragwürdig ist. Zum Beispiel: Wenn dein Lehrer sagt, du hättest am Ende des Jahres mündlich nachgelassen, könntest du erwidern: „Sie sehen also nicht darüber hinweg, dass ich mich weniger gemeldet habe, weil meine Oma verstorben ist?“ So regst du ihn zum Nachdenken an. Als Frage formuliert, wirkt dieses Stilmittel besonders wirkungsvoll, weil sich dein Gegenüber selbst reflektiert.
Ich-Botschaften
Mit Ich-Botschaften beschreibst du deine Gefühle, ohne anzugreifen. Ich-Botschaften beginnen immer mit "Ich" und erzählen von den eigenen Wahrnehmungen oder Gefühlen. Statt „Du hast mich ausgelacht!“ sagst du „Ich war wütend, weil ich dachte, du lachst über mich.“ Das vermeidet Streit und schafft Verständnis. Auch dein Gegenüber kann so reagieren: „Ich habe nicht über dich gelacht, sondern über einen Witz von Ben.“ So entstehen klärende Gespräche statt Konflikte.
Es beginnt bei der Körperhaltung
Worauf du noch achten musst
Auf dem Bild unten sieht man, wie ihr es nicht machen solltet: Ein gekrümmter Rücken wirkt langweilig und Zuhörer einer Präsentation verlieren hier schnell das Interesse. Für eine präsentere Haltung sollte dein Körper sich bewegen. So kannst du zum Beispiel auf Bilder zeigen. Falls diese nicht vorhanden sind, sollten die Hände nicht schlaff hängen, sondern zusammengefaltet im unteren Bauchbereich bleiben. Die Mimik, also deine Gesichtszüge, sollten ebenfalls kein Desinteresse signalisieren, denn das spiegelt sich bei Zuhörern wider.
Eine aufrechte, offene Körperhaltung zeigt Selbstbewusstsein und Präsenz. Wer gebückt steht, wirkt unsicher. Vorbereitung ist entscheidend – überlege dir nicht nur, was du sagen willst, sondern auch, was dein Gesprächspartner antworten könnte. So bleibst du gefasster.
Ein guter Redner: Barack Obama
Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hält sehr dynamische Reden, er nutzte oft Pausen und sogenannte Höhepunkte, welche er durch eine erhöhte Stimmlage und eine passende Körperhaltung kreierte. Diese Höhepunkte bringen Aufmerksamkeit und machen seine Reden spannend und außerordentlich bewegend. Die Reden Obamas erzählen oft Geschichten, die sein Publikum fesseln. Zudem spricht er die Anwesenden häufig direkt an, so entsteht ein Draht zwischen ihm und den Adressaten. 2008 sorgte Obama mit dem Ausruf "Yes We Can" für einen Slogan des Aufbruchs, der bis heute sehr berühmt ist.
Quellen
Wenn du dich intensiver mit Rhetorik beschäftigen willst, findest du hier nützliche Quellen:
zeitblueten.de – Kommunikation und Manipulation durch Sprache
studienkreis.de – Rhetorische Stilmittel
abiweb.de – Rhetorische Mittel (besonders hilfreich für Schüler/innen)
karrierebibel.de – Gesprächsführung und Schwarze Rhetorik
Text, Online-Version und Bilder: Joris Götte (10Rb)