Als wir klein waren
Als wir klein waren
Einleitung
Wir, Amelie und Antonia, haben mit Herrn Eldagsen, Herrn Preiss und Frau Melling das Schulprojekt „Als wir klein waren…“ gestartet und einen Blick zurück in die Kindheit gewagt. Herausgekommen sind überraschende Antworten, lustige Erinnerungen und viele Gemeinsamkeiten, die wir so nie erwartet hätten. Alle unsere Lehrer hatten unterschiedliche Kindheitsträume und trotzdem sind sie hier in der Schule gelandet, ohne es offiziell als Plan gehabt zu haben - was ist denn hier schief gelaufen? Haben da etwa die Eltern als Vorbilder mitgewirkt?
Frau Melling
Was war Ihr Traumberuf als Kind und warum?
Als Kind wollte ich - zumindest laut dem Freundebuch meines Bruders, in das ich als Sechsjährige geschrieben habe - Zoodirektorin werden, weil mich Tiere schon immer fasziniert haben. Gleichzeitig habe ich Bücher geliebt und mich für Musik und Gesang begeistert. Da ich aus einer Lehrerfamilie komme, wurde mir aber auch früh klar, dass ich mir gut vorstellen kann, selbst Lehrerin zu werden.
Welches Fernsehserie haben Sie als Kind am liebsten geschaut?
Der Disney-Club am Samstagmorgen gehörte fest zu meinem Wochenende. Besonders gerne mochte ich Zeichentrickserien wie Nils Holgersson, aber auch Serien wie Anna Ballerina.
Welches Gericht oder Süßigkeiten verbinden Sie mit Ihrer Kindheit?
Meine Oma kommt aus der Pfalz, deshalb verbinde ich viele schöne Erinnerungen mit Pfälzer Gerichten. Kartoffelsuppe mit Zwetschgenkuchen oder ihre selbstgebackenen Anisplätzchen schmecken für mich bis heute nach Kindheit.
An welchen Moment können Sie sich immer wieder erinnern?
Unvergesslich ist der Tag, an dem unsere Katze Junge bekam. Das war eines der schönsten Erlebnisse überhaupt. Auch die Zeit mit meiner Familie, meinem Bruder beim Basketballspielen zuzuschauen oder meine Schwester im Studium zu begleiten, ist mir in lebhafter Erinnerung geblieben
Wäre ihr jüngeres Selbst glücklich über Ihren heutigen Weg und was würden Sie ihm heute sagen?
Ja, das wäre es. Ich würde sagen: Mach weiter so, Caro. Es lohnt sich.
Was war früher Ihr Hobby bzw. was haben Sie gerne in Ihrer Freizeit gemacht?
Ich war viel mit meiner besten Freundin unterwegs. Wir sind Inlineskates gefahren, haben Hörspiele wie "TKKG" oder "Die drei ???" gehört und gemeinsam Ballett getanzt. Auch die Sneak-Preview im Kino war immer etwas Besonderes.
Wie haben Sie Ihre Schulzeit damals empfunden?
Für mich war die Schule immer ein sicherer Ort. Ich bin gerne in die Schule gegangen und hatte Spaß am Lernen.
Wie würden Sie Ihre Kindheit in drei Worten beschreiben?
Behütet, naturverbunden und unbekümmert.
Wie waren Sie selbst als Schüler?
Ich war eine engagierte und gute Schülerin. Lernen fiel mir leicht und war für mich nie mit Sorgen verbunden.
Welches Fach mochten Sie besonders?
Englisch und Musik haben mich besonders begeistert, später auch als Leistungskurse. Mit Deutsch habe ich mich erst im Studium angefreundet. Chemie und Physik habe ich früh abgewählt.
Herr Preiss und Herr Eldagsen
Was war Ihr Traumberuf als Kind und warum?
Herr Preiss: Früher wollte ich Hubschrauberpilot werden, weil ich die Welt immer von oben sehen wollte. Hubschrauber fand ich einfach spannend. Lehrer wollte ich eigentlich nicht werden, obwohl mein Vater sich das gewünscht hätte.
Herr Eldagsen: Ich wollte Straßenreiniger werden und die Leitpfosten am Straßenrand putzen. Da meine Eltern beide Lehrer waren, bin ich später selbst Lehrer geworden.
Welche Fernsehserie haben Sie als Kind am liebsten geschaut?
Herr Preiss: Ich habe als Kind sehr gerne ferngesehen, besonders "Sesamstraße", "Tom & Jerry", "Bugs Bunny" und "Ein Colt für alle Fälle".
Herr Eldagsen: Am liebsten habe ich "Captain Future" geschaut. Insgesamt habe ich aber wenig ferngesehen und stattdessen viele Comics gelesen, zum Beispiel von Marvel.
Welches Gericht oder Süßigkeiten verbinden Sie mit Ihrer Kindheit?
Herr Preiss: Vor allem "Hanuta" und "Duplo" mochte ich, wegen der Fußballsammelbilder. Auch "Bounty", weil meine Mutter oft große Boxen mitgebracht hat. "McDonald’s" war damals ganz neu und ein riesiger Hit. Die Spaghetti Bolognese meiner Mama werde ich auch nie vergessen.
Herr Eldagsen: Das Hühnerfrikassee meiner Mutter. Auch Waffeln zum Frühstück gehörten immer dazu.
An welchen Moment können Sie sich immer wieder erinnern?
Herr Preiss: Ich erinnere mich besonders an die Ferien, in denen wir als richtige „Fünf-Freunde-Bande“ mit Freunden und unserem Hund unterwegs waren, Hütten im Wald gebaut und viele kleine Abenteuer erlebt haben. Die Sommerurlaube mit meiner Familie in Italien werde ich ebenfalls nie vergessen.
Herr Eldagsen: Ich denke sofort an unser Neubaugebiet mit all den Kindern in meinem Alter. Wir waren immer draußen, auf dem Fahrrad, im Wald oder auf Sandhaufen. Es war eine unbeschwerte Zeit voller Freiheit. Besonders schön waren das Segeln und die Skiurlaube mit meinen Eltern.
Wäre ihr jüngeres Selbst glücklich über Ihren heutigen Weg und was würden Sie ihm heute sagen?
Herr Preiss: Mein jüngeres Ich wäre überrascht, dass ich Lehrer geworden bin, weil ich das früher schrecklich fand. Gleichzeitig wäre es stolz, weil ich ein ganz anderer Lehrer bin als die, die ich selbst hatte. Ich würde alles wieder so machen, nur ein Auslandsaufenthalt in Neuseeland wäre schön gewesen.
Herr Eldagsen: Ja, ich bin beruflich und privat sehr zufrieden, auch wenn nicht alles perfekt lief. Ich würde meinem jüngeren Ich sagen: Bleib neugierig und offen.
Was war früher ihr Hobby bzw. was haben sie gerne in ihrer Freizeit gemacht?
Herr Preiss: Sehr viel Sport: Fußball (als Darmstadt-Fan), Ski, Tischtennis und Tennis. Außerdem habe ich Trompete und Klavier gespielt und mich früh für Politik interessiert.
Herr Eldagsen: Ich bin mit Tennis aufgewachsen, habe jedoch trotzdem viele andere Dinge ausprobiert. Außerdem habe ich viel Musik gehört und meine Zeit sehr gerne draußen verbracht.
Wie haben Sie ihre Schulzeit damals empfunden?
Herr Preiss: Leider nicht perfekt. Wir hatten keinen guten Klassengeist und ein Großteil der Lehrer war sehr streng.
Herr Eldagsen: Ich bin immer gerne zur Schule gegangen und war traurig, als die 13. Klasse zu Ende ging.
Wie würden Sie Ihre Kindheit in drei Worten beschreiben?
Herr Preiss: Glücklich, Freunde, Natur
Herr Eldagsen: Unbeschwert, actionreich, spannend
Wie waren Sie selbst als Schüler?
Herr Preiss: Ich war gut genug, aber nie ein Überflieger.
Herr Eldagsen: Ich war zwar nicht der Leistungsstärkste, dafür habe ich mich im Unterricht mündlich sehr engagiert.
Welches Fach mochten Sie besonders?
Herr Preiss: Besonders mochte ich Deutsch und Politik. Physik und Chemie mochte ich gar nicht, was vor allem an den Lehrern lag.
Herr Eldagsen: Besonders gerne mochte ich Gesellschaftskunde und Sport. Am wenigsten konnte ich mich für das Fach Latein begeistern.
Die Interviews zeigen, wie stark uns unsere Kindheit prägt - auch wenn sich Träume im Laufe der Zeit verändern. Genau das ist völlig normal. Man muss nicht schon jetzt wissen, wohin der eigene Weg führt. Viel wichtiger ist es neugierig zu bleiben, Dinge auszuprobieren und den eigenen Interessen zu vertrauen. Die Zukunft ist nichts, vor dem man Angst haben muss, sie bietet viele Möglichkeiten, die man Schritt für Schritt entdecken kann.
Text & Online-Version: Antonia Wagner (10Ga) & Amelie Latz (10Gb) / Bilder: pixabay & freepik