Wichtige Info zu Fahrrad-Manipulationen
Wichtige Info zu Fahrrad-Manipulationen
Information der Schulleitung zu Beschädigungen und Manipulationen an Fahrrädern
Sehr geehrte Eltern und Erziehungsberechtigte,
in den vergangenen Tagen wurden uns mehrere Fälle von Beschädigungen und Manipulationen an Fahrrädern auf unserem Schulgelände gemeldet. Allein gestern wurden vier Vorfälle bekannt.
Bei täglich etwa 700 bis 800 Schülerinnen und Schülern, die mit dem Fahrrad zur Schule kommen, ist die Zahl der bekannt gewordenen Vorfälle im Verhältnis zur Gesamtzahl der abgestellten Fahrräder zwar gering. Dennoch nehmen wir diese Vorfälle sehr ernst, da teilweise sicherheitsrelevante Bauteile betroffen waren. Insbesondere Manipulationen an Bremsen oder Schnellspannern können zu schweren Unfällen führen und sind keinesfalls als „Streich" zu betrachten.
Die Schulleitung hat deshalb verschiedene Maßnahmen beschlossen bzw. auf den Weg gebracht.
Ab dem 31. August 2026 wird der Fahrradkäfig zwischen den beiden Eingängen grundsätzlich in der Zeit von 8:00 Uhr bis 13:00 Uhr abgeschlossen. Damit soll insbesondere verhindert werden, dass während der Unterrichtszeit unbemerkt Fahrräder manipuliert oder beschädigt werden.
Der zweite Fahrradkäfig rechts vom Haupteingang vor dem A-Bau bleibt dagegen dauerhaft geöffnet. Er steht damit allen Schülerinnen und Schülern als Alternative zur Verfügung, die ihr Fahrrad nicht in dem während der Unterrichtszeit abgeschlossenen Fahrradkäfig abstellen möchten oder bereits vor 13:00 Uhr wieder auf ihr Fahrrad zugreifen müssen. Die Entscheidung, welcher der beiden Fahrradabstellbereiche genutzt wird, liegt somit bei den Schülerinnen und Schülern bzw. ihren Erziehungsberechtigten.
Diese Maßnahme bringt allerdings eine organisatorische Einschränkung mit sich: während der Schließzeit besteht grundsätzlich kein individueller Zugang zum abgeschlossenen Fahrradkäfig. Muss eine Schülerin oder ein Schüler die Schule ausnahmsweise vor 13:00 Uhr verlassen, kann eine kurzfristige individuelle Öffnung nicht jederzeit gewährleistet werden. Aufgrund der Größe unserer Schule ist es personell nicht möglich, den Fahrradkäfig im Laufe eines Vormittags wiederholt für einzelne Schülerinnen und Schüler zu öffnen.
Zugleich werden die aktuellen Vorfälle in den nächsten Klassenlehrer- bzw. Klassenratsstunden mit allen Schülerinnen und Schülern thematisiert. Dabei soll deutlich gemacht werden, dass Manipulationen an Bremsen, Rädern oder anderen sicherheitsrelevanten Bauteilen keine Bagatelle darstellen. Sie können Menschen gefährden und sowohl schulrechtliche als auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Werden Tatverdächtige ermittelt, wird die Schule im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten konsequent reagieren und entsprechende schulrechtliche Maßnahmen prüfen und gegebenenfalls einleiten. Bei strafrechtlich relevanten Sachverhalten wird die Einschaltung der Polizei unterstützt bzw. durch die Schule veranlasst. Betroffenen Eltern empfehlen wir bei entsprechenden Sachbeschädigungen ebenfalls, die Erstattung einer Strafanzeige zu prüfen.
Verständlicherweise wird in diesem Zusammenhang auch eine verstärkte Beaufsichtigung der Fahrradabstellplätze gefordert. Eine dauerhafte oder zusätzliche personelle Bewachung von täglich 700 bis 800 Fahrrädern können wir jedoch nicht gewährleisten. Unser sehr großes und in Teilen unübersichtliches Schulgelände erfordert bereits jetzt eine umfangreiche Verteilung der vorhandenen Aufsichtskräfte. Eine zusätzliche dauerhafte Besetzung der Fahrradabstellplätze hätte zwangsläufig zur Folge, dass Aufsichtskräfte an anderen sicherheitsrelevanten Bereichen - beispielsweise an Spiel- und Bewegungsflächen, in Toilettenbereichen oder an anderen Stellen des Schulgeländes - fehlen würden. Eine solche Verlagerung halten wir nicht für verantwortbar.
Wir werden darüber hinaus erneut mit dem Schulträger über weitere technische Sicherungsmöglichkeiten sprechen. Dazu gehört auch die Frage einer möglichen Videoüberwachung der Fahrradabstellbereiche. Eine solche Maßnahme unterliegt strengen datenschutzrechtlichen Anforderungen und kann von der Schule nicht allein entschieden und umgesetzt werden. Für die weiteren Gespräche mit dem Schulträger wäre deshalb auch ein klares Votum der gewählten Elternvertretung hilfreich, ob eine datenschutzrechtlich zulässige Videoüberwachung der Fahrradabstellbereiche grundsätzlich mitgetragen wird.
Neben den schulischen Maßnahmen bitten wir auch Sie um Unterstützung. Bitte weisen Sie Ihre Kinder darauf hin, ihr Fahrrad vor jeder Abfahrt kurz zu kontrollieren:
Räder - Schnellspanner - Bremsen.
Wer eine Beschädigung oder Manipulation feststellt, sollte keinesfalls losfahren, sondern den Vorfall unmittelbar im Sekretariat melden.
Bei Fahrrädern mit klassischen Schnellspannern empfehlen wir außerdem, zu prüfen, ob insbesondere am Vorderrad ein Austausch gegen eine verschraubte oder gegen unbefugtes Öffnen gesicherte Achse möglich ist. Ein Fahrradfachbetrieb kann hierzu beraten. Dadurch lässt sich insbesondere diejenige Manipulation erheblich erschweren, die ansonsten innerhalb weniger Sekunden und ohne Werkzeug möglich ist.
Eine lückenlose Überwachung von 700 bis 800 Fahrrädern während eines gesamten Schultages ist nicht realisierbar. Wir können und werden jedoch die Maßnahmen ergreifen, die unter den Bedingungen unseres Schulgeländes tatsächlich umsetzbar und wirksam sind: die Sicherung des Fahrradbereichs, ein konsequentes Vorgehen bei festgestellten Manipulationen, die Einschaltung der Polizei bei strafrechtlich relevanten Vorfällen, die Aufklärung unserer Schülerinnen und Schüler sowie die Prüfung weiterer technischer Möglichkeiten gemeinsam mit dem Schulträger.
Wir bitten alle Mitglieder unserer Schulgemeinde um Aufmerksamkeit und Unterstützung. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, weitere Beschädigungen zu verhindern und insbesondere jede Gefährdung von Schülerinnen und Schülern auszuschließen.
Münster 20.08.2026
S. Behling, Direktorin
Schulleiterin