"Einige waren Nachbarn"
"Einige waren Nachbarn"
Massenmord im Zweiten Weltkrieg
Am Montag, dem 9. Februar, besuchte die Klasse 10Gb nach dem regulären Unterricht mit ihrem Klassenlehrer Herrn Fischer, der Deutsch, Politik und Wirtschaft sowie Geschichte unterrichtet, eine Holocaust-Wanderausstellung im Rathaus in Eppertshausen. Die Ausstellung bezog sich nicht nur auf NS-Verbrechen der größeren Städte in ganz Deutschland, sondern direkt auf Eppertshausen und die Umgebung. Dabei lernte die Klasse 10Gb, dass circa 55 Millionen Menschen im Zweiten Weltkrieg grausam ums Leben kamen, davon waren 6 Millionen jüdische Menschen. Diese Zahl entspricht fast der Gesamtbevölkerung Hessens heute und ungefähr 8% der Gesamtbevölkerung Deutschlands.
Erinnern statt vergessen
Mittlerweile liegen circa 80 Jahre zwischen dem Ende des Zweiten Weltkrieges und heute. Viele Zeitzeuginnen und Zeitzeugen von damals sind nicht mehr am Leben und können so der jüngeren Generation nicht mehr von den Grausamkeiten dieser Zeit berichten. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, Stolpersteine in Erinnerung an die getöteten Menschen zu legen, sich Zeitzeugenberichten anzunehmen und Ausstellungen wie diese zu besuchen. Dadurch wird einem vor Augen geführt, dass es in jedem Dorf und in jeder Stadt Deutschlands diese Verbrechen an unschuldigen Bürgerinnen und Bürgern gab.
Menschenhass - nicht irgendwo
Bei der Ausstellung gab es neben zahlreichen Informationsplakaten zum Thema Mitläufertum, Täterschaft und Widerstand, ganz Europa beleuchtend, auch einen Zeitzeugenbericht dank eines Briefes des damaligen Eppertshäuser-Jugendlichen Joseph Moses. Durch diesen Brief wurde uns erst bewusst, dass diese Verbrechen wie Festnahmen, Deportation und Enteignung nicht "irgendwo" stattfanden, sondern auch hier in Orten, in denen wir heute wohnen, arbeiten und zur Schule gehen.
Hinschauen, für eine bessere Zukunft
Aus dieser Ausstellung konnten wir folgendes Appell aus dem Motto "Einige waren Nachbarn - Täterschaft, Mitläufertum und Wiederstand" mitnehmen:
- Hinschauen, wenn Ungerechtigkeiten passieren. Nicht nur im persönlichen Umfeld, sondern auch auf der Arbeit oder in der Schule, auf der Straße oder im öffentlichen Raum.
- Hinschauen, damit man alte, gefährliche und menschenverachtende Strukturen, Ideologien, Denkmuster und Verhaltensweisen erkennt, aufdeckt, kritisiert und ablehnt.
- Hinschauen, damit die Erinnerungen an die Gräueltaten der NS-Zeit nicht mit den Zeitzeuginnen und -zeugen aussterben.
- Hinschauen, damit sich die Geschichte nie mehr wiederholt!
Nie wieder ist heute!
Text: Marlene Langhans (10Gb); Bilder: Jan-Henning Fischer;
Online Version: Victoria Maier (10Gb)