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Wie sich mein Leben verändert hat...

Liebes Tagebuch,

seit genau zweieinhalb Wochen hat sich nun mein Leben ein Stück weit verändert. Nicht viel ist noch normal. Ich kann meine Freunde nicht mehr treffen, die Schule fällt aus und alle Veranstaltungen und Termine sind abgesagt. Und all das nur wegen eines Virus. Das öffentliche Leben steht vollkommen still, aber ich kann es verstehen und finde, dass die Regierung gut gehandelt hat. Um zu verhindern, dass das Virus sich schnell ausbreitet, müssen wir nun mal diese Maßnahmen durchziehen. Aber damit der Plan aufgeht, sollten sich die Menschen auch an die Regelungen halten. Denn sinnlos sind diese in keinem Fall. Es gibt aber auch einige Menschen, denen scheint die momentane Situation komplett egal zu sein. Sie treffen sich trotzdem noch in Gruppen und machen Partys zu Hause, oder gehen tagsüber zu Oma und Opa. Das macht mich wütend. Erst gestern habe ich auf dem Rückweg vom Augenarzt wieder eine Gruppe Jugendliche zusammen gesehen. Ohne Rücksicht auf die Maßnahmen standen sie in einer Gruppe zusammen und haben sich unterhalten und geraucht. Muss sowas sein? Ich würde mich auch gerne wieder mit Freunden treffen, aber ich werde es nicht tun, solange es ein Kontaktverbot gibt. Auch mein Tagesablauf hat sich durch das Virus verändert. Ich stehe zwar morgens genauso früh auf wie sonst, aber nach dem Frühstück setze ich mich an meinen Schreibtisch, anstatt in die Schule zu gehen. Homeschooling ist angesagt. Über eine App namens ,,SchulCloud“ können wir mit unseren Lehrern kommunizieren und erhalten Arbeitsaufträge. Am Anfang war das zwar ungewohnt, aber so langsam gewöhne ich mich daran. Aber trotzdem würde ich lieber wieder in die Schule gehen, richtigen Unterricht haben und mich mit meinen Freunden austauschen. Homeschooling ist zwar eine gute Zwischenlösung, man kann es aber meiner Meinung nach nicht mit normalem Unterricht vergleichen. Nachdem dann in der normalen Schulzeit (von 7:55 Uhr bis 13:10 Uhr) meine Aufgaben erledigt wurden, essen meine Familie und ich gemeinsam zu Mittag. Das ist nicht anders als sonst, denn meine Mutter geht noch normal arbeiten und mein Vater macht Homeoffice. Allerdings habe ich dann nach dem Essen Freizeit. Normalerweise würde ich dann meine Hobbys ausführen, aber dies geht ja nun auch nicht mehr. Gott sei Dank betrifft das aber nicht den Stall. Deswegen geht es mittags immer zum Pferd. Da es ein kleiner Privatstall ist, verändert sich auch hier nichts mit den Zeiten, in denen ich dort bin, denn anders als zu großen Reitställen kommen bei uns nur der Besitzer und ich. Wenn wir uns mal treffen, dann mit Abstand. Ich bin aber sehr froh, dass ich zumindest mein liebstes Hobby noch ausführen kann, denn wenn das nicht gehen würde, wäre mir wahrscheinlich schnell langweilig und ich wüsste nicht, was ich mit der ganzen neuen Zeit anfangen sollte.

Ich hoffe also, dass die Regelungen zur Ausbreitung des Virus eingehalten werden, sodass die darin liegenden Ziele erreicht werden können und dann bald wieder der Normalzustand eintritt. Ich denke niemand findet dieses ,,neue Leben“ besser, als das, welches wir normalerweise führen.

Besonders den Ärzten, Pflegern und anderen Berufen, die gerade auf Hochtouren arbeiten, sollte man mal ein großes DANKE aussprechen, für das, was sie für uns leisten, denn viele Menschen denken gar nicht an ihre lebenswichtigen Jobs.

So, nun werde ich mal nachsuchen, was ich heute noch so machen kann.

Bis morgen!

Text und Bild: Felicitas Leyh (10Gb)

Um 8 Uhr geht’s in die Wolke

Ich heiße Buket Ceken und besuche die zehnte Klasse des Gymnasiums der Münsterer „Schule auf der Aue“. Seit dem 17.03.2020 wurde unsere Schule wegen der „Corona-Pandemie“ geschlossen. Bevor die Schule nicht mehr zugänglich war, mussten wir am Montag, 16. März, nochmal hin, um Arbeitsmaterialien abzuholen. Jedoch mussten wir schon da alle auf Abstand zu den anderen gehen – eine befremdliche Situation, die wir so in unserer Schule noch nie erlebt haben. Nun arbeite ich schon zwei Wochen hier zuhause mit der neuen App „Schul.Cloud“, zu Deutsch „Schul-Wolke“, die uns die Aueschule zur Verfügung stellte. Über diese Plattform erhalten wir unsere Aufgaben, die während der „Corona-Zeit“ erledigt werden müssen. Ich muss wie gewohnt um 8 Uhr via „Schul.Cloud“ online im Unterricht erscheinen, denn unser Klassenlehrer gibt uns dann zum Beispiel weitere Aufgaben oder fragt nach unserer Meinung zu bestimmten Themen. Wenn wir Arbeitsaufträge erhalten, geben die Lehrerinnen oder Lehrer uns meistens noch „deadlines“, also Fristen. Dies bedeutet, dass wir die erarbeiteten Aufgaben bei den Lehrern fristgerecht einreichen müssen.

Anfangs war alles sehr ungewohnt, da wir zuvor noch nie online Unterricht gemacht haben, aber es wurde dann immer „normaler“ für mich.  Es ist schon einiges, was wir an Aufgaben bekommen haben und wenn man sich nicht richtig organisiert, könnte man den Überblick verlieren. Ich habe mir zu Beginn des „Home-Schoolings“ einen Plan erstellt, wo ich notiert habe, was ich in welchem Fach erledigen und bis wann ich die Ergebnisse abgeben muss. Anschließend habe ich einen zweiten Plan erstellt, in welcher Reihenfolge ich was einsenden soll. Für die Aufgaben, die wir in den drei Wochen vor den Osterferien bekommen haben und immer noch erhalten, habe ich mir einen separaten Ordner zugelegt. Ich würde sagen, dass ich sehr gut organisiert bin und mit den Aufgaben rasch vorankomme. Wenn ich mal eine Frage haben sollte, dann kann ich mich jeder Zeit an meine Lehrer über die „Schul.Cloud“ oder per E-Mail wenden.

Das „Home-Schooling“ hat durchaus seine guten Seiten: Ich kann mir selber meine Zeit einteilen, in der ich etwas für die Schule mache. Man kann zwischendurch mal eine kleine Pause einlegen oder etwas essen. Was mir aber umso mehr fehlt, sind die sozialen Kontakte zu meinen Mitmenschen. In der ersten Woche war alles noch recht gut, was die Atmosphäre anging. Jedoch habe ich sehr schnell gemerkt, dass mir meine Freunde sehr fehlen. In der Schule haben wir uns jeden Tag gesehen und zusammen im Unterricht gearbeitet. Meine Familie und ich halten uns an die Maßnahmen, die von der Regierung vorgegeben wurden. Wir haben keinen Kontakt zu anderen oder, um noch ein Beispiel zu nennen, geht mein Papa alleine einkaufen. Der Alltag gestaltet sich somit recht schleppend und abwechslungslos. Man kann sich zuhause auch alleine beschäftigen, wie zum Beispiel mit Netflix oder ein Buch lesen. Auf Dauer wird dies dann aber auch schnell monoton. Meinen normalen Alltag, also meine Freizeitaktivitäten wie Tanzen oder Musizieren im Orchester, fehlen mir sehr, aber auch der reguläre Schulalltag und das spontane Treffen mit Freunden.

Alles in einem kann ich sagen, dass der Online-Unterricht mittlerweile Spaß macht und man gut damit arbeiten kann, aber meiner Meinung nach ersetzt es nicht den normalen Unterricht. Jedoch vermisse ich meinen gewöhnlichen Alltag sehr und hoffe, dass wir bald wieder zu diesem zurückfinden werden. Ich hoffe in Bezug auf das Coronavirus, dass die Menschen die Maßnahmen einhalten und nicht ignorieren, damit das Virus sich nur langsam ausbreitet.

Text und Bild: Buket Ceken (10Gb)

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