Schule auf der Aue > Startseite > Schuljahr-Archiv > Tolles Abschlussfest mit den Polen-Schülern

Keiner wollte wieder heim

„Mal sehen, wie es am Abreisetag ist: Stand heute will eigentlich keiner unserer Schüler wieder heim“. Deutschlehrerin Sylwia Jakieła aus Warschau, die seit 14 Jahren ihre polnischen Schüler nach Münster begleitet, schwärmt: „Die Gasteltern kümmern sich so liebevoll um unsere Schüler, dass sie sich fühlen, als wären sie hier zuhause“. 20 Mädchen und sieben Jungen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren waren bis Freitag (12. Mai) zu Gast an der Aueschule. Am Mittwoch (10. Mai) feierten sie gemeinsam mit Münsterer Schülern und deren Eltern dort einen „Bunten Abend“.

Bubble-Soccer-Turnier war ein "mega Event"

Reisten die Münsterer Neuntklässler bereits im vergangenen Herbst nach Polen, so stand nun der Gegenbesuch an. Gymnasiastin Lena Marzulla aus der 9b beherbergte dabei die 15-jährige Nathalia Hempel. „Es war cool, manchmal stressig. Aber insbesondere unser Bubble-Soccer-Turnier werden wir wohl nie vergessen“. Gemeinsam mit ihrer Freundin Vivian Kim Dill organisierte Lena das ausgefallene Event, bei dem die Jugendlichen mit Oberkörper und Kopf in aufblasbare Gummibälle schlüpften. Dank diesem Schutz, der wie ein Airbag funktioniert, konnten sich die Teenager dann auf die Bälle stürzen, mit viel Spaß und ohne Verletzungsgefahr. „50 Leute waren da – und das Wetter passte! Das war schon ein Mega-Event für uns“, erinnert sich Vivian gerne zurück.

Nathalia lobt die Münsterer Luft

Lucyna Rydel (15), die vorübergehend Vivians Familie vergrößerte, nennt bei der Frage nach ihrem Höhepunkt des Austauschs diese „besonders gelungene Party“. Für die 15-jährige Warschauerin war es zudem im beschaulichen Münster die Gelegenheit, ihre Note „1“ in Deutsch endlich kommunikativ „auszuleben“. „Frau Jakieła ist meine Lieblingslehrerin: Sie hat mir viel beigebracht, ich kann mich hier gut unterhalten!“, lobt sie die Pädagogin. Lucynas Freundin Nathalia lernt seit drei Jahren Deutsch, ihre Oma lebt im mecklenburg-vorpommerschen Pasewalk. Dennoch traut sich Lucyna nicht wirklich, Deutsch zu sprechen, sondern bleibt lieber bei Englisch: „Da fühl‘ ich mich einfach sicherer“, erklärt sie. Die 15-Jährige schätzt an Münster insbesondere den „Kleinstadt-Charme“. Für die Warschauer ist es in der Gersprenzstadt wie in einer anderen Welt: „ Die Luft ist hier viel besser als bei uns. Zudem sind die Münsterer alle so nett und hilfsbereit“, schwärmt sie.

Zusammenhalt, egal in welcher Situation

Über Politik oder den momentan schlechten Zustand der Europäischen Union (EU) haben die Schülerinnen unterdessen nicht gesprochen. „Das spielt für uns hier keine Rolle: Wir sind Jugendliche, und wir merken hier überhaupt keine Unterschiede. Unsere Sprache ist Englisch, wir teilen ähnliche Hobbys und hören alle die gleiche Musik“, erklärt Lucyna. Und wenn man deutsche und polnische Jugendliche so gemeinsam betrachtet, wie sie miteinander lachen oder ein Lied abwechselnd auf Polnisch und Deutsch singen, dann freut man sich drüber, wie selbstverständlich der europäische Gedanke von den Jugendlichen gelebt wird.

Der Abschied

Lehrerin Jakieła, die wie auch 2016 mit ihrer Kollegin Ewa Krzeszowska die Austauschgruppe begleitete, bedankte sich während der Feier herzlich bei den vielen Eltern, die an diesem Abend auch für die Verköstigung sorgten. „Hoffentlich bleibt ihr noch lange Freunde!“, wünschte sie den Schülerinnen und Schülern. Sabine Behling, Direktorin der Aueschule, merkte hierzu an, dass sie und ihre polnische Kollegin „schon längst Freunde geworden“ seien. Mit deutschem Wein und leckerer Schokolade verabschiedete sie sich von ihren Gästen. Gleichfalls bedankte sich die Schulleiterin bei ihren Kollegen Doris Becht und Philipp Schumann, die das Austauschprogramm mit Polen maßgeblich organisierten.

Text: Axel Preiss
Bilder: Axel Preiss
Online-Version: Jennifer Hartig, Aileen Leicht, Casey Doroszynski (10Rc), Jacqueline Staffinger (10Rb)

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