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Aueschüler zu Gast in Polen

Nach einer anstrengenden Zugfahrt – der Waggon mit unseren reservierten Plätzen fehlte im Berlin-Warschau-Express – kommen wir am frühen Abend wohlbehalten in Warschau an. Die Gasteltern erwarten unsere zwanzig Schüler-/innen wie immer bereits am Bahnsteig im Bahnhof Centralna. Trotz der vielfältigen Möglichkeiten, die die sozialen Netzwerke heute bieten, ist die „analoge“ Kontaktaufnahme und das „leibhaftige“ Kennenlernen immer sehr aufregend und spannend. Ein grandioser Sonnenuntergang begleitet uns auf der Fahrt in unsere Warschauer Quartiere.

Gute Stimmung trotz Regenwetters

Der nächste Morgen ist grau und regnerisch – eine Wetterlage, die sich während des gesamten Aufenthalts nicht ändern wird. Die Animationsspiele zum gegenseitigen Kennenlernen in der Schule (Gimnazjum 49) heitern jedoch alle Gesichter sichtbar auf. Der Spaß, den wir dabei haben, bildet die Grundlage für unsere gemeinsamen Unternehmungen in den folgenden Tagen. Die lange Busfahrt nach Torun und Danzig, das geduldige Stehen und Zuhören bei den Stadtführungen, die interessanten oder manchmal sicher auch langweiligen, lustigen oder nachdenklich-stimmenden Eindrücke werden von den polnischen und deutschen Schülern geteilt und mitgeteilt. Ein Höhepunkt ist sicherlich der Besuch des Konzentrationslagers Muzeum Stutthof. Ein eher unbekanntes deutsches Kozentrationslager in Polen. Aus der Stadt Danzig wurden die Juden nach Stutthofen geschickt. Von den 110.000-120.000 Häftlingen, die das Lager schon durchlaufen hatten, wurden 65.000-80.000 Häftlinge getötet. Abends, in unserer Unterkunft Villa Lemon, machen wir gemeinsam Spiele. Immer sind die Gruppen gemischt (Deutsch/Polnisch) und es geht weiterhin um das bessere Kennenlernen. Wir spielen „Der Besen steht“, „Portraits malen“ und sagen das Gedicht „Lokomotive“ von Julian Tuwim auf Deutsch und Polnisch auf. Die Schüler sind alle begeistert bei der Sache und verstehen sich sehr gut miteinander.

Sightseeing-Tour in Warschau

Zurück in Warschau stehen noch einige Besichtigungen an, ohne die ein Besucher der polnischen Hauptstadt nicht herumkommt. Dazu gehört ein Spaziergang durch die Altstadt, entlang der historischen Straße "Novy Swiat" zum Grab des Unbekannten Soldaten und zum Kulturpalast. Natürlich auch die Besichtigung des Königsschlosses und schließlich ein Besuch im neuen jüdischen Museum Polin. Dies verbinden wir – schon traditionell – mit der Aufnahme eines Gruppenphotos am Denkmal „Willy Brandt“.

Die Verabschiedung fällt schwerer als gedacht

So vergehen die Tage trotz Dauerregens wie im Flug, und schon steht unsere Abreise bevor. Beim Abschiedsabend können wir noch einmal sehen, wie gut die Gruppe der deutschen und polnischen Schüler zusammengewachsen ist. Es gibt nur Beiträge von gemischten Gruppen – keine Vorträge „der Deutschen“ oder „der Polen“. Der Abschied am nächsten Morgen fällt deshalb wirklich schwer. Die meisten von uns fahren mit einem weinenden (Abschied von der Gastfamilie) und einem lachenden Auge (Vorfreude auf Zuhause und den Gegenbesuch im Mai) zurück nach Hanau. Eines steht jedenfalls fest: Wir sind froh, die deutsch-polnische Freundschaft wieder für zehn Tage genossen zu haben.

Text und Bilder: Doris Becht / Online-Version: Franz-Josef Siebert, Jan Dominik Rau

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