Schule auf der Aue > Chronik > Schuljahr 2017/2018 > Polnische Woche an der Aueschule

Für eine bessere Völkerverständigung

Die Acht- und Neuntklässler der „Schule auf der Aue“ erlebten in den vergangenen Tagen eine „polnische Woche“: Dienstags (27. Februar) schaute das „Polen-Mobil“ vorbei, donnerstags (1. März) las der deutsche Autor Matthias Kneip aus seinem Buch „111 Gründe, Polen zu lieben“. Beide Veranstaltungen hatten den Zweck, Aueschüler, die bereits am Polen-Austausch teilnehmen und andere, die dies im nächsten Schuljahr womöglich geplant haben, über Polen zu informieren.

Das "Polen-Mobil"

Das „Polen-Mobil“, ein Projekt des „Deutschen Polen-Instituts“ und der „Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit“, kommt auf Wunsch der Schulen vorbei. Referentinnen und Referenten stellen bei ihren Schulbesuchen landeskundliche, historische, kulturelle und politische Inhalte zu Polen vor. In unruhigen Zeiten, in denen polnische Politiker immer wieder für negative Schlagzeilen sorgen, was den Zusammenhalt in der EU auf die Probe stellt, eine wichtige Aufgabe.

Crash-Kurs in die polnische Sprache

Zu diesem bedeutsamen Zweck der Völkerverständigung erhalten die Schüler einen 45-minütigen Crash-Kurs in Sachen polnische Sprache, stellen mittels einer riesigen Landkarte polnische Regionen vor und verdeutlichen, wie viele Schnittpunkte es zwischen deutscher und polnischer Geschichte gibt. Die 17 Neuntklässler stellten sich auf die riesige Landkarte, suchten nach Regionen und unterhielten sich über berühmte Polen – den Referenten gelang es so, auf Polen neugierig zu machen.

Matthias Kneip überzeugt die Schüler

Das hatte auch der deutsche Schriftsteller Matthias Kneip im Sinn, als er donnerstags alle Achtklässler in den kleinen Saal der Gersprenzhalle einlud. Seine literarische „Liebeserklärung an das schönste Land der Welt“, die den Titel „111 Gründe, Polen zu lieben“ trägt, macht Lust auf das Land im Osten Deutschlands. Kneip beschreibt die Polen als liebenswertes Volk, das seine Gäste auf Händen trägt. Neben polnischen Köstlichkeiten wie den „Bigos“, für den es kein Rezept gebe, da jeder Pole diesen Schmoreintopf aus Sauerkraut und Weißkohl mit mehreren Fleischsorten nach Lust und Laune zubereite, zitierte Kneip viele Sprüche, für die die Polen weltberühmt sind. 

Unerwartete Gemeinsamkeiten

So stammen beispielsweise die Sprichwörter „Jeder ist seines Glückes Schmied“ oder „Übung macht den Meister“ oder „Sein Gewissen war rein. Er benutzte es nie“ aus unserem östlichen Nachbarland. Kneip schaffte es, mit Sprachwitz und Esprit seine knapp 100 jungen Zuhörer davon zu überzeugen, wie liebenswert die Polen sind. Wer bislang noch nie daran gedacht hat, eines Tages in Polen Urlaub zu machen, der dürfte nach diesem Vortrag ganz neue Reisepläne schmieden. Und für die aktuellen Achtklässler der Aueschule dürfte nun deutlicher geworden sein, für welchen Austausch man sich für das kommende Schuljahr anmeldet. Neben Polen (seit wann?) bietet die Aueschule noch Irland, die französische Schweiz und erstmals Spanien (weißt du, ob das so stimmt?) an.

Kneips erste Erfahrung in Polen

Kneip, dessen Eltern aus Oberschlesien stammen, reiste zum ersten Mal in den 1980er-Jahren nach Polen. Als er ein Kind war, war Polen für ihn eher fremd. Mitte der 1990er-Jahre arbeitete er an der Universität Oppeln und lernte dabei Land und Leute sehr intensiv kennen. Er war „schlichtweg überrascht“, was Polen alles zu bieten hat. In seinem Buch spricht er immer wieder von und mit „Marek“. Der ist ein guter Freund von Kneip und leitet ein Reisebüro in Krakau. Gemeinsam mit Marek bereist Kneip seit über zehn Jahren Polen, teils mit Reisegruppen, teils alleine mit ihm, um für seine Bücher zu recherchieren. Bei Schulbesuchen macht Kneip die Erfahrung, dass sich die meisten Schüler nach wenigen Minuten von seinen humorvollen Anekdoten über Polen und seine Menschen mitreißen lassen und die Neugier auf unsere östliche Nachbarn wächst. Vorurteile gegenüber Polen oder Polen-Witze spielten zum Glück so gut wie keine Rolle mehr, erzählt der Polen-Kenner.

Schüleraustausch mit Polen

Lehrerin Doris Becht, seit Jahren Verantwortliche für den Polen-Austausch, den die Aueschule seit 14 Jahren anbietet, lernte Matthias Kneip im November auf einer Fortbildung des Deutsch-Polnischen Jugendwerks in Berlin kennen. Dort bot Kneip an, eine Dichterlesung an der Aueschule zu machen. „In Zukunft wollen wir versuchen, diese Lesung für die Achtklässler als erste Info-Veranstaltung zum Polenaustausch an unserer Schule zu etablieren. Gleichzeitig werden wir weiterhin das Polen-Mobil für die Schüler reservieren, die tatsächlich am Austausch teilnehmen.

Neue Möglichkeiten

So haben wir eine optimale Vor- und Nachbereitung“, erklärt Lehrerin Becht, die jedes Jahr im Herbst die Aueschüler nach Polen begleitet. Für die aktuellen Achtklässler der Aueschule dürfte nach dem kurzweiligen, mitreißenden Vortrag von Matthias Kneip deutlicher geworden sein, für welchen Austausch man sich für das kommende Schuljahr anmeldet. Neben Polen bietet unsere Schule noch Begegnungsfahrten mit Irland und im kommenden Schuljahr erstmals Spanien an.

Text: Herr Preiss; Fotos: Mandy Dannoritzer (9Gb); Online-Version: John Trinh (10Rb) und Diyar Altan (10Ra)

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