Schule auf der Aue > Chronik > Schuljahr 2017/2018 > Französischstunde mit einem besonderem Gast

Monsieur Hakim und seine Sechstklässler

Bei gewissen Sprachen genügt es, nur wenige Worte zu hören, und schon würde man am liebsten die Reisekoffer packen. Französisch gehört ganz sicher dazu. Und obwohl diese Sprache bei uns Urlaubsstimmung erzeugt und sie mit ihrem Wohlklang zu den schönsten der Welt zählt, wählen immer weniger Schüler das Französische als zweite Fremdsprache. Mit ein Grund dafür: Das Spanische läuft der nasalen Sprache zunehmend den Rang ab.

Sechstklässler entscheiden sich für eine besondere Französisch-Stunde

Davon kann auch der Fachbereich Französisch unserer Schule ein Liedchen singen. Um diesem Trend entgegenzuwirken, ließ sich Fachsprecherin Lila Sandberg, selbst französische Muttersprachlerin, etwas Besonderes einfallen. Sie lud einen Lektor ein, der im Auftrag von „FranceMobil“ durch Deutschlands Schulen tourt. Das Programm, ein Gemeinschaftsprojekt der französischen Botschaft, des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) und der Robert Bosch Stiftung, wendet sich an Schüler, die kurz vor der Wahl der zweiten Fremdsprache stehen.
Und so kamen sämtliche Aue-Sechstklässler am vergangenen Dienstag und Mittwoch (20. und 21. September) in den Genuss einer ganz besonderen Französisch-Stunde, die sie so schnell nicht vergessen werden.

Schüler fasziniert von Lektor Hakim Benbadra

Los ging’s mit einem Evergreen, dem „Galgenmännchen-Spiel“. Der junge Lektor, ein 23-Jähriger Franzose, sprach permanent Französisch. Und obwohl keiner der Schüler Französisch beherrscht, verstanden sie ihn. Mit dem Vornamen des sympathischen Lehrers, der „Hakim“ hieß, hatten die Schüler beim „Galgenmännchen“ jedoch so ihre Problemchen - dafür war dieser einfach zu unbekannt. Hakim, mit Nachnamen Benbadra, gelang es rasch, die Schüler von sich zu überzeugen. Sie klebten an seinen Lippen. Es dauerte nur zehn Minuten, da beherrschten seine Sechstklässler schon die ersten Vokabeln und stellten sich mit „Je m’appelle…“ (Ich heiße…) der Reihe nach vor. Es genügte ein kurzes, aufforderndes „Venez!“ (Kommt her!), und die Schüler strömten an die Tafel. Dort zeigte ihnen Hakim auf einer Landkarte berühmte französische Städte und Regionen. Der Lektor, der aus Paris kommt und an der dortigen Universität seinen Master in „Europäischen Angelegenheiten“ und Geschichte ablegte, machte die Kinder neugierig auf Frankreich. Bei den erwachsenen Zuhörern wuchs indes die eingangs erwähnte Reiselust.

Das französische Musikquiz

Ein Musikquiz, das aus französischen Liedern bestand, in denen Städtenamen vorkamen, rundete die beschwingte, lebendige Stunde ab. Den Sechstklässlern, die zuvor in unterschiedliche Gruppen eingeteilt wurden, gelang es hierbei, Städtenamen wie „Marseille“, „Lyon“ oder „Strasbourg“ aus den Chansons herauszuhören – auch wenn die Liedtexte zum Teil recht schnell und undeutlich gerappt wurden. Doch nicht nur Städtenamen und das obligatorische „Je m’appelle“ war den Schülern nach der Stunde bekannt: Sie konnten auf Französisch sogar sagen, woher sie kommen und was sie gerne bzw. weniger gerne mögen.

Schüler haben Spaß an der neuen Fremdsprache

Diese Stunde weckte bei vielen die Lust an dieser Fremdsprache. So auch beim 12-jährigen Dominik Demirovic aus der 6Fa: „Das Musikquiz war spitze. Und ich würde gerne mal nach Paris reisen. Französisch würde ich gerne lernen“, schwärmte er. Seiner Mitschülerin Angelina Hitzel ging es ähnlich. Sie war mit ihrem Vater schon häufiger in Frankreich. „Die Sprache ist sehr hübsch. Mal sehen, vielleicht wähle ich es fürs nächste Schuljahr!“ Schön wär’s. Nicht zuletzt Hakim würde sich darüber sehr freuen. Er selbst lernte in der Schule sieben Jahre Deutsch und wohnt seit 11 Monaten in Mainz. „Das wär echt toll, wenn ich einige Schüler dazu animiert hätte, in der 7. Klasse Französisch zu lernen“, hoffte er nach seinen insgesamt acht Schnupperkursen. Zu wünschen wär es der Sprache. „Allez!“ (Auf geht’s!)

Auch Frau Sandberg, die Französisch-Fachleiterin, äußerte sich dazu...

„Es war schön, France Mobil begrüßen zu können. Nicht nur die Schüler der 6. Jahrgangsstufe hatten Spaß, sondern auch ich als Französischlehrerin! Es war erstaunlich zu sehen, wie Schüler, die kein Wort Französisch sprechen, innerhalb kürzester Zeit auch komplexere Äußerungen verstehen und erste Sätze äußern konnten. Die eine Unterrichtsstunde pro Klasse erwies sich jedes Mal als viel zu kurz. “Monsieur Hakim Benbadra, der France Mobil-Referent „mobiler Lehrer“, wie er sich selber nennt, hat Sprache und Land mit viel Begeisterung und Motivation vermittelt. Die Schüler wurden zu einer Sprach- und Landesreise mitgenommen: Vielfältige Spiele, Lieder, ansprechende Materialien und Videobeiträge kamen zum Einsatz. Frau Sandberg hofft, dass wir durch diesen „Vorschnupperkurs“ einige Schüler für Französisch gewinnen konnten. Einige klangen sehr begeistert und wollten gleich Monsieur Benbadra als zusätzlichen Französischlehrer buchen.„France Mobil hat mich darin bestätigt, dass wir nicht aufhören sollten, für den Erhalt von Französisch zu werben, eine schöne, moderne und dynamische Sprache.“

Text: Axel Preiss / Online-Version: Lars Koch und Furkan Haciogullari (beide 10Rc), Florian Sengewald (10Rb)

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