Schule auf der Aue > Chronik > Schuljahr 2015/2016 > Vom Windeln wechseln zum Zöpfe flechten

Erkundungstour durch die Berufswelt

Bis 2025 soll sich das Arbeitskräftepotenzial in Deutschland um 6,5 Millionen Personen verringern, so eine Prognose der „Bundesagentur für Arbeit“ vom 1. März 2016. Eine alarmierende Zahl. Einerseits ist dafür der demographische Wandel verantwortlich – die hessischen Schülerzahlen werden bis 2020 voraussichtlich um 15% zurückgehen. Andererseits ist die Quote der Ausbildungsabbrecher sehr hoch: Knapp 14% aller jungen Erwachsenen war 2013 ohne Berufsabschluss. Die Ursache: viele Schulabgänger wissen nicht, welcher Beruf für sie der richtige sein könnte. Um ihren Absolventen von morgen den Weg in den richtigen Beruf zu ebnen, hat unsere Schule bereits zum dritten Mal zu einem erlebnispädagogischen „Berufsparcours“ eingeladen. Dieser soll die Schüler noch besser auf die Arbeitswelt vorbereiten.

Berufsinfos an Stationen

Am Freitag, 3. Juni, machte die von der „Kinder- und Jugendförderung“ des Landkreises Darmstadt-Dieburg angebotene Info-Veranstaltung mit Mitmach-Charakter Station in unserer Gersprenzhalle. An verschiedenen Stationen konnten dort unserer Haupt- und Realschüler der siebten bis achten Klassen unterschiedliche Berufe kennen lernen. Beim „Bundeswehrtest“ mussten die Schülerinnen und Schüler für sieben Minuten stillstehen, um so eine Parade zu simulieren. Um Kernkompetenzen des Berufs wie Konzentration, Ausdauer und Durchhaltevermögen aufzuzeigen, durften die Teilnehmer sich von niemandem ablenken lassen und mussten – möglichst ohne eine Miene zu verziehen – geradeaus an die Wand schauen. Was vielen Schülern im Unterricht eher schwer fällt, nämlich sich ruhig und diszipliniert zu verhalten, meisterten an dieser Station nahezu alle Teilnehmer. Wer durchhielt, der ergatterte sieben Punkte, die auf einem Laufzettel festgehalten werden konnten. An jeder Station galt es für die Aueschüler, fleißig Punkte zu sammeln. Die Punktzahl am Ende des 90-minütigen Berufsparcours verriet den Teilnehmern mögliche Interessensgebiete und Berufsmöglichkeiten, die den eigenen Fähigkeiten nahekommen.

Schüler schnuppern in die Berufswelt

Um den beruflichen Alltag von Speditionskaufleuten oder Betriebswirtschaftlern kennen zu lernen, mussten die Teilnehmer die Route eines Lastwagens zeiteffizient planen. An einem weiteren Gruppentisch konnten die Schüler an Puppen das Wickeln von Babys ausprobieren oder sich gegenseitig eine simulierte Armverletzung verbinden. Wer sich für den Beruf Friseur interessiert, auf den warteten zwei langhaarige Puppen, denen man Zöpfe flechten konnte.

Schüler, denen es gefallen hat

Siebtklässlerin Aldona machte das Frisieren am meisten Spaß, „das wär was für mich“, stellt sie fest. Ihre Freundin Quendresa bezog derweil lieber Betten: „Das mach ich zu Hause auch immer. Als Krankenschwester wäre das ja auch eine meiner Aufgaben“, blickt sie in ihre berufliche Zukunft. Robin aus der 7Ra gefiel es am besten am Stand, an dem sich die Elektriker der Zukunft ausprobieren konnten: „Ich musste Drähte verbinden. Wenn man es richtig gemacht hat, piepste es“, schwärmt er. Sein Kumpel Leon hatte hingegen beim „Elchgeweih-Stand“ am meisten Spaß: Hier war Fingerfertigkeit gefragt, man musste aus einem Draht ein Geweih formen. „Unsere Schüler waren aktiv dabei und haben vieles ausprobiert. Wir sind mit der dritten Auflage des Berufsparcours sehr zufrieden“, sagte Lehrer und Schul-Übergängebeauftragter Peter Kahnt, der die Veranstaltung an unsere Schule holte. Nächstes Jahr soll es eine Fortsetzung geben.

Text: Herr Preiss/Online-Version: Pascal Galoppo und Tim Behnke (Klasse 10Rb)

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