Schule auf der Aue > Chronik > Schuljahr 2015/2016 > Aue-Schüler halten bewegende Rede am Volkstrauertag

Volkstrauertag: Neuntklässler hielten Rede auf dem Geisberg

Am Volkstrauertag gedenken die Menschen traditionell den Opfern der verheerenden Weltkriege. Die Menschen aus unserem Landkreis treffen sich immer an diesem Novembersonntag auf der Spitze des Geisbergs in Brandau. Am 15. November wirkten auch drei Aueschüler bei dieser Gedenkfeier mit: die Neuntklässler Svenja Schmidt, Michelle Bornhöft und Marek Frank hielten eine Rede, die von vielen Trauergästen sehr gelobt wurde.

Landrat Schellhaas lud ein

Auf dem Geisberg im Modautal unterhält der „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.“ seit 50 Jahren eine beeindruckende Kriegsgräberstätte, auf der 461 Kriegstote aus Südhessen beigesetzt sind. Dorthin lädt Landrat Klaus Peter Schellhaas alljährlich ein. Nach musikalischen Beiträgen eines Posaunenchores und eines Gesangvereins sowie einer kurzen Rede des Landrats waren die Aueschüler an der Reihe. In ihrer viel beachteten Rede, die Svenja, Michelle und Marek abwechselnd hielten, erzählten sie zunächst von ihrer Spendenaktion, dann erklärten sie kurz den Sinn des Volkstrauertages und welch tragende Rolle dabei der „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ spielt. 

Großes Lob für die Rede

Svenja, Michelle und Marek aus der 9Ga kamen zu dieser Ehre, weil ihre Klasse im vergangenen Jahr besonders erfolgreich an der Spendenaktion für den „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ teilgenommen hat. Die 9Ga sammelte das meiste Geld von allen neunten Klassen der Schule. Auch in diesem Jahr hat die Aueschule wieder in Münster und Altheim um Spenden für den „Volksbund“ gebeten. Und einmal mehr zeigten sich die Menschen sehr spendierfreudig.

Schlimme Auswirkung des Krieges

Gegen Ende verdeutlichten sie, dass man jetzt gerade auch bei uns in Deutschland die schlimmen Auswirkungen von Krieg bemerken kann: Die vielen Flüchtlinge seien Zeugen unfassbaren Leids und bräuchten unsere Hilfe. Dieser Hilfe solle sich niemand verweigern, so ihre Forderung. Voll des Lobes war im Anschluss der Landrat, der den drei Aueschülern mit den Worten „das war wirklich sehr bewegend“ herzlich dankte. Ebenso kam nach der Feier ein Kriegsveteran auf das Trio zu und zeigte sich sehr gerührt von den Worten der Aueschüler.

Was ist der Volkstrauertag?

Im Jahre 1919 wurde der Volkstrauertag vom Deutschen Volksbund um Kriegsgräberfürsorge als Gedenken für die gefallenen Deutschen Soldaten vorgeschlagen. 1922 fand die erste Gedenkstunde im Reichstag statt. 1926 wurde entschieden, den Volkstrauertag regelmäßig am Sonntag Reminiscere (fünfter Sonntag vor Ostern) zu begehen. Der Volkstrauertag wurde erstmals am 28. Februar 1926 begangen. Überall fanden Gedenkfeiern für die deutschen Gefallenen des Ersten Weltkriegs statt. Es gibt zu unterschiedlichen Regelungen, Terminen und Durchführungen je nach Land, wie der Tag stattfindet.

Schwierige Terminfindung

Hinsichtlich des Termins gab es lange Zeit Konflikte mit den beiden großen Kirchen. Beide haben im November Gedenktage für die Verstorbenen (Allerseelen oder Totensonntag). Vorgeschlagene Termine im Frühjahr am Sonntag Invocavit (sechs Wochen vor Ostern) oder am Sonntag Reminiscere (fünf Wochen vor Ostern) liegen jedoch in der Fastenzeit bzw. Passionszeit.

Wichtige Daten

  • 1935: Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht einen Tag vorher
  • 1936: Remilitarisierung des Rheinlands einen Tag vorher
  • 1938: Einmarsch deutscher Truppen nach Österreich einen Tag vorher
  • 1939: „Zerschlagung der Rest-Tschechei“ drei Tage nachher

Die zentrale Gedenkstunde zum Volkstrauertag findet jeweils im Deutschen Bundestag statt. Eine Rede und ein Wort des Bundespräsidenten in Anwesenheit des Bundeskanzlers, des Kabinetts und des Diplomatischen Corps ist üblich, ebenso die musikalische Gestaltung, das Spielen der Nationalhymne und des Liedes "Der gute Kamerad". Angelehnt an die Form der zentralen Gedenkstunde werden in allen Bundesländern und den meisten Städten und Gemeinden ebenfalls Gedenkstunden mit Kranzniederlegungen durchgeführt.

Texte: Axel Preiss, Pascal Galoppo und Tim Behnke (beide 10Rb) / Online-Version: Pascal Galoppo und Tim Behnke

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