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Zum ersten Mal in Deutschland

Obwohl sich das Wetter am Ausflugstag von seiner hässlichen Seite zeigte – es war bewölkt und tröpfelte immer wieder mal – schwärmt die 15-jährige Agnieszka vom Rhein: „Diese Dampferfahrt sowie das beeindruckende Niederwalddenkmal werde ich niemals vergessen“. Die polnische Austauschschülerin aus Warschau war zum ersten Mal in Deutschland, und das gleich für eine Woche: Die Münsterer Aueschule begrüßte auch in diesem Jahr wieder 22 polnische Schüler. Ende April ging der Austausch mit einer kleinen Feier in unserer Schule zu Ende.

Die deutsch-polnische Famlie

„Für mich ist es, als ob ich meine Familie besuche“, erklärt Sylwia Jakieła, die seit Beginn des Austauschs vor 13 Jahren die polnischen Schüler nach Münster begleitet, als sie sich im Rahmen einer kurzen Rede von den Gastgebern verabschiedet. „Die Gastfreundschaft der Münsterer ist einfach toll“, schwärmt sie. Begleitet wurde Frau Jakieła in diesem Jahr zum ersten Mal von ihrer Kollegin Ewa Krzeszowska, einer Englischlehrerin, die seit vier Jahren Deutsch spricht und unsere Sprache gut beherrscht. 

Der schönste Ausflug und das letzte Fest

Deren schönster Moment des Ausflugs war das Golfspielen am Wochenende in Groß-Zimmern. Dorthin hatte Schulleiterin Sabine Behling ihre polnischen Kolleginnen eingeladen. Unsere Direktorin konnte sich den lobenden Worten ihrer polnischen Kolleginnen nur anschließen: „Wir sind längst Freunde geworden. Es ist immer Wehmut dabei, wenn der Abschied bevorsteht“. Die Schulleiterin feierte am Donnerstag (28. April)  mit den polnischen Gästen sowie den deutschen Schülern ein Fest mit viel Musik und gutem Essen, das die Eltern zubereitet hatten. Am frühen Freitagmorgen flog die Gruppe aus Warschau zurück – mit sichtbarem Abschiedsschmerz und vielen neuen Erfahrungen im Gepäck.

Abwechslungsreiches Deutschland

Außer an den Rhein ging es für die Schüler während der Austauschwoche auch nach Heidelberg, Darmstadt und nach Frankfurt. Wie seit einigen Jahren wird das Programm von den Aue-Lehrern Doris Becht, Karin Eitel und Philipp Schumann gestaltet. Sie begleiteten neben weiteren Kollegen, u.a. mit dem Austausch-Beauftragten Falk Schmidt, die Schüler. Marias (15) Lieblingsort war Darmstadt: „Dort kann man richtig gut shoppen“. Ihrer gleichaltrige Freundin Agnieszka gefiel es hingegen in Münster am besten: „Dieser Ort ist viel schöner als Berlin. Dort war ich als Elfjährige“, erzählt sie in guten Deutsch. Bereits seit vier Jahren lernt sie unsere Sprache in der Schule. Trotz des Deutschunterrichts unterhielten sich deutsche und polnische Schüler größtenteils auf Englisch. „Das ist einfach viel unkomplizierter“, erklärt Lauren (15) aus Münster. Sie will mit ihrer Freundin Agnieszka weiterhin per „WhatsApp“ in Verbindung bleiben.

Deutsche Gastfreundschaft

Laurens Mutter Martina blickt auf eine ereignisreiche, spannende Woche zurück: „Agnieszka war ein sehr lieber Gast. Sie genoss auch den von mir zubereiteten Spargel“, erzählt sie. Damit wollten die Heners ihrem polnischen Gast eine typisch deutsche Spezialität näherbringen, was auch gelang: Agnieszka schmeckte es ganz hervorragend. Das Wochenende gestalteten die Gastfamilien dann unabhängig voneinander. So waren die Heners mit der jungen Polin im Hessischen Landesmuseum und auf der Mathildenhöhe in Darmstadt. „Agnieszka war sehr neugierig und wollte alles wissen“, lobt Martina Hener ihren Gast. So wie die Heners gaben sich die Gastfamilien viel Mühe und kümmerten sich sehr rührend um ihre Gäste. „Dafür möchte ich mich bei allen Eltern herzlich bedanken“, hebt Direktorin Behling hervor.

Was die Zunkunft bringt

Auch im nächsten Schuljahr wird es wieder einen Polen-Austausch geben. „Wir sind froh, dass wir diese Tradition aufrecht erhalten können“, freut sich Behling. Im Herbst werden zunächst die Neuntklässler aus Münster nach Warschau reisen. Der Gegenbesuch ist fürs Frühjahr 2017 geplant.

Artikel: Herr Preiss/ Online-Version: Ben Schüßler, Benjamin Piwon

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