In der U-Bahn Richtung Schönbrunn: „Münster rrraus!!“

Auf der Wienfahrt der Siebt- und Achtklässler unseres Orchesters vom 7. bis 10. Mai haben die 26 Aueschüler die schönsten Seiten Wiens entdeckt.Samstags ging es bereits um 6.38 Uhr am Hanauer Bahnhof los und nach fast sieben Stunden Zugfahrt erreichten wir den Wiener Hauptbahnhof, stellten unsere Koffer ab und machten bei strahlendem Sonnenschein eine erste Stadtführung. „Der Vogelfänger bin ich ja…“, so sang der lustige Papageno am Samstag Abend in der Volksoper. Wir erlebten eine wunderbare Aufführung von Mozarts „Zauberflöte“ mit beeindruckenden Sängern, fantastischen Kostümen und einem märchenhaften Bühnenbild. Die Schüler aus Münster hatten das Glück, nicht nur das Geschehen auf der Bühne, sondern auch das großartige Orchester von den Rängen bewundern zu dürfen. Diese gelungene Aufführung war ein wunderbarer Abschluss unseres ersten Wientages.

Alles rund um die Welt der Musik

Am nächsten Morgen begannen wir mit einem Besuch im „Haus der Musik“, einem interaktiven Museum mit interessanten Stationen rund um die Welt der Musik. So hatten wir z. B. die Möglichkeit, einen Walzer zu würfeln, im zweiten Stock konnte man sich auf den Boden liegend erfahren, wie sich ein Baby im Mutterleib fühlt und welche Geräusche es wahrnimmt. Auch Beethovens Hörgeräte konnte man testen und erfahren, wie viel er in welchem Stadium seines Hörleidens er zu Hören im Stande war. Der Höhepunkt war dann das dritte Stockwerk. Hier konnte jeder versuchen, die Wiener Philharmoniker virtuell zu dirigieren und sich als Orchesterchef zu fühlen. Nachmittags machten wir einen Ausflug ins Schloss Schönbrunn. Durch eine Fahrt mit der Kutsche oder der Bimmelbahn konnten die Münsterer Aueschüler die riesige Schossparkanlage erkunden und bestaunen. Und von der Kutsche aus konnte man den vorbeiflanierenden Menschen in Sissi-Manier huldvoll zuwinken. Doch es gab auch noch mehr zu sehen, so z.B. die alten Ställe, in denen die Pferde der Kaiserin Sissi standen, den Irrgarten oder einen großen Tierpark. Nach einem spannenden zweistündigen Ausflug kehrten wir in die Jugendherberge zurück, um noch für unseren Auftritt im Schönbrunner Seniorenstift am nächsten Tag zu proben.

Unser großer Auftritt

Montag besuchten wir zuerst das Mozarthaus, in dem der berühmte Komponist für eine Zeit gewohnt hatte. Mit Hilfe von Audioguides wurden wir durch die dreistöckige Ausstellung geführt und erfuhren viele spannende Details aus dem Leben der Familie Mozart und ihren Papageien „Pimperl“. Am Nachmittag stand unser Konzert im Seniorenstift auf dem Programm, das wir unter das Motto „Kaffeehaumusik"gestellt hatten. Unsere Zuhörer waren sehr begeistert und spendeten eifrig Applaus. Einige weinten sogar vor Rührung! Besonders beeindruckt waren wir von einer älteren Dame in der ersten Reihe. Sie hielt einen Stoffhund fest im Arm, streichelte ihn liebevoll und flüsterte ihm immer wieder etwas ins Ohr. Später erfuhren wir, dass sie ihren Hund vor dem Einzug ins Seniorenheim abgeben musste und nun all ihre Liebe auf ihren Stoffhund projeziert. Die alten Leute wollten die Münsterer Schüler gar nicht gehen lassen und baten uns ganz bald wieder zu kommen! Ein wunderschönes Gefühl, wenn man mit seiner Musik so berühren kann!

Das bleibt in unserer Erinnerung

Am lustigsten waren jedoch die Fahrten mit der Wiener U-Bahn. 30 Münsterer einsteigen, 30 Münsterer aussteigen - wir hätten eigentlich immer einen eigenen Waggon für uns gebraucht. Die Wiener U-Bahn-Fahrer hatten wohl alle ihren Führerschein beim legendären österreichischen Rennfahrer Niki Lauda gemacht. Ihre Vollbremsungen waren spektakulär. Damit wir uns nie verloren, hatte eine unserer Lehrerinnen immer einen orangenen Regenschirm dabei. Eins werden wir jedoch nie vergessen: nämlich die verdutzten Gesichter, wenn es an der U-Bahnstation wieder hieß: „Münster rrraussss!!“

Text: Julia Hartmann, Chiara Schumann und Sophie Stork (alle 8Ga) / Bilder: Cornelia Krones
Online-Version: Julia Duda, Jana Cöster (beide 10Ra)

Zurück